Die Musterwohnung für Menschen mit Demenz in Norderstedt

Wohnen mit Demenz

Bei der Wohnraumgestaltung (für Menschen mit Demenz) geht es darum, drei Grundbedürfnisse miteinander in Einklang zu bringen. Eins dieser Bedürfnisse ist das nach Schutz und Sicherheit. Besonders für Menschen mit Demenz ist es wichtig, dass sich das Wohnumfeld sicher und geborgen anfühlt. Es geht außerdem darum, den Betroffenen Orientierung im eigenen Wohnumfeld geben zu können. Möglich ist dies u.a. über bestimmte Möbelstücke, Piktogramm oder Bilder. Diese unterstützen dabei, sich möglichst lange unabhängig und selbstbestimmt im eigenen Zuhause zurecht zu finden und weiterhin am gewohnten sozialen Umfeld teilnehmen zu können. Zum dritten Grundbedürfnis, das bei Menschen mit Demenz ganz wichtig ist, zählen Wohlbefinden, Behaglichkeit und Vertrautheit. Hier kann es zum Teil sinnvoll sein, vertraute Gegenstände (z.B. einen Teppich) trotz möglicher Risiken möglichst lange an Ort und Stelle zu lassen.

Wichtig ist, dass Sie sich bei der Wohnraumgestaltung immer wieder deutlich machen: Menschen mit Demenz nehmen ihre Umgebung nicht mehr ausschließlich über Verstand wahr, sondern über Gefühle, Emotionen und das Herz. Das Herz wird nicht dement.

Licht kommt bei der Wohnraumgestaltung eine ganz zentrale Bedeutung zu, denn Licht ermöglicht uns das Sehen und bestimmt die Atmosphäre im Raum.

Bei der Wohnungsgestaltung sollte prinzipiell darauf geachtet werde, dass eine gute Mischung aus natürlichem Tageslicht und künstlichem Licht vorliegt. Generell geht es bei der Lichtgestaltung um eine ausreichende Helligkeit in der Wohnung / im Haus (500 Lux auf Augenhöhe), um die spezielle Ausleuchtung von dunklen Ecken (besonders auch auf Treppen) aber auch um eine Orientierung über gesonderte Lichtpunkte. Eine Mischung aus direktem (Steh- und Tischlampen) und indirektem (Deckenlampen) Licht ist für eine gute Ausleuchtung hilfreich. Darüber hinaus eignen sich Nachtlichter zum Aufstecken auf die Steckdose, Bewegungsmelder und Lichtschalter mit Dimmer-Funktion zur Orientierung und besonders auch für die Sicherheit in der Nacht. Möglichen Blendungen durch Sonnenlicht und Schattenbildern an den Wänden und auf den Fußböden sollte entgegengewirkt werden, da diese beispielsweise zu herausforderndem Verhalten führen oder Angst hervorrufen können.

Biodynamisches Licht

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Befinden wir uns in einer Situation mit einem permanenten Geräuschpegel müssen wir uns ziemlich stark konzentrieren, um unser Gegenüber verstehen und dem Gespräch folgen zu können. Lösen würden wir das Problem über unseren Verstand und beispielsweise einen leiseren Ort aufsuchen. Menschen mit Demenz können das nicht. Häufig entsteht eine Überförderung, wenn die Akustik nicht gut ist und Einschränkungen im Hören vorliegen. Das kann unter anderen dazu führen, dass herausforderndes Verhalten gezeigt oder die Situation einfach verlassen wird. In Gemeinschaftsräumen ist eine gute Akustik also dringend notwendig! 

Was können Sie tun, um die Akustik zu verbessern?

Schon mit kleinen Änderungen lässt sich viel verändern: Beispielsweise kann hinter die Leinwand eines Bildes Styropor geklebt werden. Auch das Anbringen von Korkplättchen oder sogenannten Schallschluckelementen kann sinnvoll sein. Allgemein gilt, dass alles, was Schall wegnimmt (z.B. Kissen, Gardinen, Decken), hilfreich ist. In Einrichtungen ist das natürlich aber oft ein Austarieren zwischen den hygienischen Anforderungen, den Vorgaben des Brandschutzes und den Menschen mit Demenz.

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Menschen mit Demenz leiden prozentual stärker an Sehbehinderungen – dem lässt sich insbesondere mit einer durchdachten Farbgestaltung begegnen. Ob und in welcher Form Farben Einfluss auf Menschen mit Demenz haben können, ist bisher nicht wissenschaftlich belegt. Dennoch können Sie ein paar Grundzüge berücksichtigen:

Stimmen Sie die Farben eines Raumes aufeinander ab und gestalten Sie ihn nicht zu bunt, damit er nicht unruhig wirkt. Gut geeignet sind die sogenannten „Toskana-Farben“ wie Terrakotta oder Ocker in unterschiedlicher Intensität. Pastellfarben sollten Sie möglichst vermeiden, da sich durch diese keine Kontrastwirkung ergibt.  Auch auffällige und großflächige Muster an Wänden, Gardinen und Teppichen sollten vermieden werden, da sie schnell zu Verkennungen führen können. Eine Abstimmung der Farben aufeinander kann dabei helfen, ein behagliches Raumklima zu erzeugen.

Mit Farben können Sie auch Signale setzen, um eine Orientierung zu geben. Viele Farben sind beispielsweise in der Erinnerung mit bestimmten Gegenständen verbunden (z.B. das rote Feuerwehrauto), sodass darüber die Farbe wirken kann. Unterschiedliche Farbkonzepte helfen zudem bei der Unterscheidung zwischen Privatzimmer, Flurbereich und Gemeinschaftsbereich.

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Spiegelnde Oberflächen können bei Menschen mit Demenz zu Verkennungen führen und Angst hervorrufen. Bodenbeläge sollten somit möglichst blend- und spiegelfrei sein, um diesem entgegenwirken zu können. Das heißt: Verwenden Sie ausschließlich matte Bodenbeläge. Dabei sind matte und helle Fliesen ebenso gut geeignet wie Laminat, Linoleum, PVC oder Parkett. Auch Bodenbeläge mit einer hellen Holzoptik können verwendet werden, wenn diese wenig Astansätze enthalten. Denn bereits diese können von Menschen mit Demenz als Hindernis wahrgenommen werden und Angst hervorrufen.

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Im Verlaufe einer Demenz verändert sich die Wahrnehmung und Orientierung der Betroffenen. Zu Beginn fällt vor allem die Orientierung an unbekannten Orten schwer, aber mit fortschreitender Erkrankung zunehmend auch in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus. Unter anderem können mögliche Gefahren oft nicht mehr richtig eingeschätzt werden. Oft können kleine Alltagshilfen/Hilfsmittel hilfreich sein, damit Betroffene möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden wohnen können. Hilfreich sind beispielsweise die klare Strukturierung von einzelnen Räumen, der gezielte Einsatz von Farben und Kontrasten, eine gute Beleuchtung sowie die Beschriftung von Schränken und Türen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Orientierungshilfen an den Schweregrad der Demenz angepasst sind.

Spiegel + sp. Oberflächen

Piktogramme, Beschilderung

Aufbewahrung + Schränke

Beschriftung durch Fotos

Kalender / Uhr

Biodynamisches Licht

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Das eigene Zuhause ist eng verknüpft mit dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, ausreichendem Schutz und Sicherheit, aber besonders auch nach Behaglichkeit und Vertrautheit. Altbekannte Möbel und Gegenstände erzeugen ein heimisches Gefühl, erleichtern die Orientierung im Alltag und unterstützen Menschen mit Demenz bei dem Erhalt ihrer Selbstständigkeit.

Bei der Anpassung des Wohnraums ist es nicht notwendig, mit einem Mal alles umzubauen. Hier kommt es wie so oft auf das richtige Maß an: Es sollte nur so viel verändert werden wie nötig und so wenig wie möglich. Es gilt das Prinzip „Weniger ist mehr.“ Wichtig ist, dass Sie aufmerksam sind und beobachten, wann neue Veränderungen notwendig sind.

50er-Jahre Ecke

Thevo Chair

Mobiler Garten

Pflegebett

Wellness Nordic RelaxChair

Geschirr / Besteck

Sinneswagen

Interaktive Wand

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Mit fortschreitender Demenz kann die räumliche Desorientierung und Vergesslichkeit zunehmen, wodurch sich die Gefahren im Alltag erhöhen. Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit können dazu führen, dass auch vertraute Geräte nicht mehr bedient werden können. Mittlerweile gibt es jedoch viele (technische) Hilfsmittel, mit denen viele Einschränkungen ausgeglichen werden können.

Beim Einsatz von (technischen) Hilfsmitteln sollte es das Ziel sein, allen Beteiligten mehr Sicherheit zu geben und gleichzeitig aber die Selbstständigkeit der Betroffenen nicht einzuschränken. Es sollte jedoch nur so viel verändert werden, wie es das aktuelle Krankheitsstadium erfordert, um das Selbstwertgefühl erhalten zu können.

Sensormatten

Sensormatten

Pflegebett

Versteckte Tür

Türsicherung

Ortung / Smartstick

Ortung / SmartSole

Gardinenlift

Handläufe

Haltegriffe

autom. Herdüberwachung

Kantenschutz

Aufstehhilfe

Drehscheibe / Drehkissen

Duschmatte und -sitz

Bewegungsmelder

Greifhilfe

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Mittlerweile gehören digitale Helfer (z.B. Navigationssysteme) zu unserem Alltag. Richtig eingesetzt können diese auch Menschen mit Demenz helfen, länger selbstbestimmt zu leben sowie Angehörige und Betreuuende entlasten. Wichtig ist jedoch stets, dass individuell angemessene Lösungen gefunden werden müssen und beachtet werden sollte, dass der Einsatz von technischen Hilfsmitteln keine menschliche Nähe ersetzt.

Medikamentenbox

Hörhilfe / -verstärker

Seniorentelefon / -handy

SilverFit Alois

Inmu Klangkissen

Ortung / Smartstick

Ortung / SmartSole

Tovertafel

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